Neues Reetdach in der Wolfsheide

Reetdach – bewährtes Dach aus NaturbaustoffenP1020792

Die norddeutsche Landschaft wird vielerorts von Bauernhäusern mit Reetdächern bestimmt.
Da diese Häuser eine besondere Pflege benötigen und immer wieder Hausbesitzer
diese Kultur bewahren wollen, sind Reetdachdecker gefragt, sowie an meinem Elternhaus in der Wolfsheide.

Nach gut 34 Jahren (letzte Neueindeckung) wurde es mal wieder Zeit am Reetdach etwas zu machen.
Aufarbeitung und teilweise Erneuerung.

Als erstes muß das alte Reet abgetragen werden, das ist eine sehr staubige Angelegenheit und vermutlich der unangenehmste Teil des Dachdeckens.
Wenn das erledigt ist, stellt sich heraus ob die alte Dachlattung eine neue Eindeckung noch trägt.
Bei uns wurde sich für eine neue Lattung entschieden.
Nu geiht dat los, Bund für Bund. Dachlatte für Dachlatte von unten nach oben wird das Reet (Phragmites communis) an die Lattung geschraubt.
Auf einen Quadratmeter gehen ca. 10 Bunde Reet.

Ist die Dachfläche fertig, wird der Heidefirst aufgebaut. Das ist schwere Arbeit für die Handlanger,
die die nicht leichten Heideballen auf der langen Leiter nach oben bringen müssen.

Zum Schluss werden Traufkante und Dachfläche ein letztes Mal mit dem Klopfbrett egalisiert (Die Dachfläche darf keine „Berge“ und keine „Lunken“ haben,
so kann das Wasser schnell und gleichmässig ablaufen) und letzte Reetreste werden mit einem Besen vom Dach gefegt.

Nun ist das Dach fertig. Es leuchtet gelb mit dem frischen Reet. Das wird sich aber bald ändern,
Sonne und Regen geben ihm bald eine silbergraue Farbe und es wird mit der Umgebung verschmelzen.

Ich habe das ganze mit ein paar Fotos dokumentiert.

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